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06.12.2017

Rückblick SchuPa Seminar

Migration und Medien: Was ist da los in Deutschland und Südafrika?

Wie bereits in den vergangenen Jahren organisierte KOSA im November ein ‚SchuPa-Seminar‘: ein zweieinhalbtägiges Seminar für Schülerinnen und Schüler ab der siebten Klasse, die an ihrer Schule in Projekt- oder Schulpartnerschaften aktiv sind. Wieder wurde das Seminar positiv angenommen und hat großen Spaß gemacht!

Vom 20.-22.112017 kamen insgesamt 31 Schülerinnen und Schüler sowie sieben Lehrkräfte aus vier Schulen im Jugendgästehaus Dortmund zusammen. Bereits nach dem Kennenlernen am Montagabend war die Stimmung gut und das Interesse da, sich näher mit dem Thema Migration und Flucht zu beschäftigen. Der Einstieg gelang durch einen kurzen Bericht der deutschen Welle zur Situation von Geflüchteten in Südafrikas Metropole Johannesburg. Die Jugendlichen zeigten sich schockiert sowohl von der krassen Ungleichheit zwischen arm und reich als auch von der Ausländerfeindlichkeit, die Teile Südafrikas charakterisiert.

Der Dienstagmorgen begann mit einem Input von Serge Palasie, Fachpromotor für Flucht, Migration und Entwicklung  des Eine-Welt-Netz NRW. Er sprach über Migration und Flucht im globalen und historischen Kontext. Dabei ging es auch um Sklavenhandel und Kolonialzeit sowie das aktuelle wirtschaftliche Ungleichgewicht zwischen Europa und den afrikanischen Ländern, das zum Verlust von Lebensgrundlagen führt. Ein Vergleich der im Kopf bleibt: Ein senegalesischer Fischer kann in seinem Arbeitsleben von 50 Jahren so viel Fisch einbringen, wie die europäische Fischfangflotte an einem einzigen Tag.
Im Anschluss sprach Everjoy Chiimba, Studentin an der Universität Bonn über Migration von Simbabwe nach Südafrika und über Fremdenfeindlichkeit gegenüber afrikanischen Migrant_innen. Ergänzt wurden ihre Erfahrungen und Hintergründe durch die von Rike Falow, die ein Jahr mit weltwärts in einer psychosozialen Einrichtung zur Unterstützung Geflüchteter gearbeitet hat. Im Anschluss wurde über Ähnlichkeiten und Unterschiede zur Situation in Deutschland reflektiert.


Nachmittags gab Ulrike Korbach einen medienpädagogischen Workshop. Es ging um Fragen wie: wie kommt eine Nachricht zu Stande. Welche Worte und Begriffe lösen welche Emotionen aus und welche Intention könnte hinter einem Artikel stecken. Anhand von Zeitungsartikeln zu den Übergriffen in den Silvesternächten 2015 und 2016 erarbeiteten die Schülerinnen und Schüler, wie die Berichterstattung über Migrant_innen meinungsbildend wirkt.

Besonders gut kamen auch dieses Jahr wieder die Kreativworkshops zu Zeitung, Radio und Simpleshow (Erklärvideo) am Mittwoch an. Trotz der unterschiedlichen Altersgruppen kam es zu einem regen, produktiven Austausch und die Ergebnisse wurden im Anschluss stolz präsentiert. Hier wurde deutlich, dass zuvor in den Präsentationen einiges an Wissen vermittelt, aber auch Interesse an den komplexeren Zusammenhängen, z.B. von Medien und Fremdenfeindlichkeit oder ‚Wilkommenskultur‘ geweckt wurde. Alle Ergebnisse ließen auch kritische Stimmen zu Wort kommen und kamen bei der Gruppe gut an. Mehrere Schüler_innen und Lehrer_innen bekundeten sogar Interesse, die Produkte in Zukunft weiter nutzen zu wollen. Die Gruppen aus den einzelnen Schulen fanden auch jeweils Anknüpfungspunkte, wie sie die Inhalte des Seminars in ihre Schulpartnerschaftsarbeit einbinden können und wollen.

Das Feedback am Ende viel überwiegend positiv aus. Fast alle SchülerInnen gaben an, viel über Flucht, Migration und Fremdenfeindlichkeit dazu gelernt zu haben. Viel Spaß machten den meisten die Kreativworkshops! Lediglich das lange Dienstagsprogramm wurde von manchen als anstrengend empfunden. Wir freuen uns schon auf das nächste SchuPa Seminar!

Hier gehts zur Simpleshow!

Hier gehts zur Radiosendung!

Hier gehts zu den Zeitungsartikeln!

KOSA

Die Koordination Südliches Afrika (KOSA) e.V. ist ein bundesweit tätiges Netzwerk, das thematisch hauptsächlich zu Südafrika arbeitet. Derzeitiger Arbeitsschwerpunkt ist die Initiierung und Unterstützung von Schulpartnerschaften zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika sowie die entwicklungs-politische Bildungsarbeit mit jungen Menschen.

Förderer

KOSA e.V. wird gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst