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ThyssenKrupp AG

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Rede von Dorothea Kerschgens, Dachverband Kritische Aktionärinnen und Aktionäre und KOSA-Vorstand auf der Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 19. Januar 2007.

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Antworten auf die gestellten Fragen

 

Hauptversammlung der ThyssenKrupp AG am 19. Januar 2007

Trotz bisheriger Kritik setzt der Vorstand von ThyssenKrupp weiter auf eine friedensgefährdende Geschäftspolitik.
Die bisherigen Geschäfte und Gewinnsteigerungen reichen Ihnen nicht. Unter dem Segment Technologies verbergen sich diverse Rüstungsdeals. In dieser Branche erreichten die Umsätze 6 MRD €, die Aktivitäten vor Steuer wurden auf 357 Mio € gesteigert.

Damit nicht genug, Sie erwerben auch noch eine neue Rüstungsfirma dazu: Zusammen mit EADS haben Sie am 3. 8. 2006 das Bremer Unternehmen Atlas Elektronik erworben. Sie halten daran einen Anteil von 60% und EADS von 40 %. In einem weiteren Schritt wird EADS ihr gesamtes Marineelektronikgeschäft in die Atlas Elektronik einbringen, wonach ThyssenKrupp dann 51 Prozent und EADS 49 Prozent der Anteile halten werden.
Atlas Elektronik ist spezialisiert auf die Ausrüstung und die Systeme für Seestreitkräfte und Marktführer von integrierten Sonarsystemen für U-Boote. Zugleich waren sie bisher Zulieferer für Thyssen-Krupp Marine Systems.

Sie geraten mit dem Ausbau Ihres Rüstungsbereiches nicht nur bei kritischen Aktionären in die Kritik. Sie bilden ein drastisches Beispiel für die Aussagen, die die GKKE, die Gemeinsame Konferenz Kirche und Entwicklung, Mitte Dezember 2006 getroffen hat. Mit deutlichen Worten wurde der Anstieg der deutschen Rüstungsexporte kritisiert. Der Vorsitzende Stephan Reimers äußerte: „Sicherheit ist nicht durch zu wenig Waffen gefährdet, sondern durch zu viele Waffen an den falschen Orten“.
Laut Frankfurter Rundschau vom 19. 12. 06 bezeichnete der Politikwissenschaftler und Projektleiter der Hessischen Stiftung für Friedens- und Konfliktforschung Bernhard Moltmann die Waffenlieferungen an Israel und Südafrika als „heikel“. „Sie stünden nicht mit den deutschen Gesetzen in Einklang“.
Und Sie von Thyssen-Krupp haben wieder die Nase vorn. Das Geschäft mit den Fregatten für Südafrika ist nicht nur aus friedenspolitischer Sicht umstritten, es ist ja auch Stein des Anstoßes im Korruptionsskandal in Südafrika. Die Vorwürfe haben nicht nur in Südafrika für Wirbel gesorgt, sie haben auch die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.
Dazu meine Fragen:

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Was war das Ziel beim Erwerb der Anteile von Atlas Elektronik?

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Welche konkreten Produktionen planen Sie?

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Mit welchen Ländern sind Sie wegen Rüstungsexporten in Verhandlungen?

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Wie ist der Stand der Ermittlungen der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft zu den Korruptionsvorwürfen in Zusammenhang mit den Fregattenlieferungen nach Südafrika?

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Wie stehen Sie zum bisher freiwilligen EG-Verhaltenskodex für Waffenexporte?

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Und zu den Forderungen von Kirchenvertretern diesen freiwilligen Kodex zu einem Gemeinsamen Standpunkt des Rates d.h. zu verbindlichen Vorgaben aufzuwerten?


Ein zweiter Komplex betrifft Ihre Tochterfirma Uhde, die sich in Südafrika am Bau eines Hochtemperaturreaktors oder auch Kugelhaufenreaktors genannt, beteiligen will.
Kein geringerer als der Friedensnobelpreisträger und Erzbischof Desmond Tutu sagte: „Wir brauchen keine Atomkraft. Die Welt braucht keine Atomkraft. Den Strahlentod über die gegenwärtige und zukünftige Generationen zu bringen, ist unverzeihlich“. Dieses Zitat ist der Broschüre „Was müssen Sie über das Südafrikanische Atomprogramm wissen“ von Earthlife Africa von 2002 entnommen.
Earthlife Africa ist eine in der beeindruckend langen Liste von nationalen Gegnern des Projektes. Sie schreiben: „ESKOM, der südafrikanische Energiekonzern, ist kein verlässlicher Partner. Anfang des Jahres 2006 war die Kapregion von heftigen Stromausfällen geplagt und entging nur knapp einem größeren Reaktorunfall im Atomkraftwerk Koeberg, Nähe Kapstadt. Eine der Ursachen war offenbar ein Bolzen, der eine Turbine beschädigt hatte. Doch auch mangelhafte Wartungsarbeiten im Atomkraftwerk trugen zum Problem bei. Aufgrund der Ausfälle kommt es immer wieder zum Streit zwischen ESKOM und der nationalen Atombehörde - NNR, die ESKOM Nachlässigkeit im Umgang mit der Anlage vorwirft.
Beim heutigen Antrag fehlt noch die Lizenz der Atombehörde sowie die Zustimmung des Umweltministeriums.
Die Risiken, die von einem AKW in einer dicht besiedelten Region sind zu hoch: in Kapstadt und Umgebung leben ca. 3,5 Mill. Einwohner. Die Investitionen sind enorm: die geschätzten Kosten sind seit 1999 um das Fünffache auf ca. 1,4 Mrd. US $ gestiegen. Der Transport der Brennelemente ist unsicher: Die Kugeln für den Reaktor würden in Pelindaba, in der Nähe von Pretoria, angereichert und über eine Strecke von knapp 1500 km bis in die Nähe Kapstadts transportiert werden müssen.

Unwidersprochen braucht die rasch wachsende Kapregion neue Kraftwerke. Auch weil es einen hohen Nachholbedarf an Strom für bisher unversorgte Kunden gibt. Dafür sind aber keine Atomkraftwerke nötig, ob dies nun die hierzulande üblichen Leichtwasserreaktoren oder die noch nicht erprobten Kugelhaufenreaktoren.
Selbst wenn dieser Reaktortyp weniger störanfällig sein sollte als die bisher eingesetzten, so bleiben doch die Risiken des gesamten Brennstoffkreislaufs. Vom Abbau des Urans mit gesundheitlichen und umweltrelevanten Schäden über die Niedrigstrahlung bis hin zum weltweit ungelösten Problem der Lagerung des Nuklearabfalls, der gefährlich für die nächsten 240.000 Jahre ist. Zudem taucht das Problem der Proliferation auf.

Meine Fragen zu diesem Komplex:

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Wie hoch ist Ihr Anteil an der Firma Uhde?

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Welche Bauteile wird die Firma Uhde liefern?

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Hat Uhde Gesellschaftsanteile an der Firma PBMR Pepple Bed Modular Reactor, die den Kugelhaufenreaktor gleichen Namens baut?

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Über welche Nachweise verfügen Sie, dass dieser Reaktor technisch funktioniert und wirtschaftlich arbeitet?

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Wie gehen Sie mit den Einwänden, die von Umweltschutzgruppen z.B. Earthlife Africa aus Südafrika und den internationalen Gruppen geäußert werden, um?

 

Dorothea Kerschgens, Vorstandsmitglied im Dachverband der Kritischen Aktionäre, www.kritischeaktionaere.de
 

 

Antworten in sinngemäßer Widergabe

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Durch den Ankauf von Atlas Bremen werden wir (d.h. die ThyssenKrupp AG) zu einem wichtigen Komplettanbieter. Das Gemeinschaftsunternehmen wird die Exportfähigkeit steigern.

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Fregatten werden 4 gebaut. Aus Vertraulichkeitsgründen wird nicht erläutert, wohin sie geliefert werden.

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Es ist richtig, dass die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft wegen Korruption seit Anfang 2006 auch gegen Vorstandsmitglieder ermittelt.
Wegen des schwebenden Verfahrens keine Angaben. Sie üben eine vollständige Kooperation mit der StAA aus.

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Der EG-Kodex ist eine Angelegenheit der Politik, von Recht und Gesetz.

Wegen Firma Udhe:

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Es sei ein Engineeringsauftrag. Pilotprojekt. Lieferungen für den konventionellen Bereich.


Dorothea Kerschgens

 

   
 

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