• Witbank Region 2012
Foto: (c) Dieter Simon (KOSA)

    Mit Kohle in die Zukunft?

  • Schulpartnerschaften

  • Entschuldung und Entschädigung im Südlichen Afrika

  • Kampagne "Kick für one world"

Schulpartnerschaftststelle

Schulpartnerschaftseminar 2015 - Teilnehmendengruppe

Globalisierung betrifft uns alle. Ob Orangensaft aus Brasilien, Kakao aus Ghana, die Folgen des Klimawandels, Welthunger oder Flucht. Globale Zusammenhänge müssen verstanden und unterrichtet werden. Diese Themen sind kompliziert und das Verständnis für die lokale Verantwortung für globale Zusammenhänge schwer zu fassen. Schulpartnerschaften mit Ländern des globalen Südens ermöglichen es diese Themen greifbarer zu machen und gemeinsam darüber zu sprechen. In Projekten oder Austauschprogrammen mit Partnerschulen können so Verständnis und Empathie gelernt und vielfältige Inhalte gemeinsam bearbeitet werden. So kann praxisnah und mit der Freude an direkten Begegnungen das globale, was so weit weg scheint, ganz nah sein.
Aufgrund der langjährigen Erfahrung in der Kooperation mit Südafrika und der Informationsarbeit durch verschiedene Kampagnen in Deutschland bietet KOSA Vernetzung und Wissen zur Region. Diese Ressourcen nutzt KOSA nun, um die Möglichkeit der Schulpartnerschaften auch zwischen Südafrika und Deutschland zu fördern.

Die Schulpartnerschaftsstelle der KOSA. e.V unterstützt deshalb alle deutschen Schulen mit Rat und Tat, die eine Partnerschaft mit einer Schule aus dem südlichen Afrika aufbauen oder weiterführen wollen. Wir betrachten in unserer Arbeit die deutschen und südafrikanischen Schulen als gleichwertige Partner, die beidseitig in vielfältigen Bereichen voneinander Lernen und profitieren können. Ideen und Möglichkeiten zum Austausch sowie Beispiele aus der Praxis, bieten wir durch regelmäßige Seminare und Workshops.  Für einen Informationsgespräch oder individuelle Beratung besuchen wir Schulen direkt. Wir helfen bei der Kontaktaufnahme zu möglichen Partnern und haben alle Infos, die zur Finanzierung und der Planung notwendig sind.

Den Flyer zu Schulpartnerschaften finden Sie hier zum Download.

Mehr zu den konkreten Schulpartnerschaftsangeboten und -aktivitäten von KOSA finden Sie hier.

Verwiesen sei hier ferner auf die langjährige, erfolgreiche Schulpartnerschaftsarbeit unseres KOSA-Mitglieds „KoordinierungsKreis Mosambik e.V. (KKM)“.

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Schulpartnerschaften mit KOSA

Schulpartnerschaften bedeuten Möglichkeiten des Austauschs und eine Berreicherung für den Schulalltag. Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zur Umsetzung der globalen Entwicklungsziele der UN. Globales Lernen wird so ungezwungen möglich und völlig neue Lerninhalte zu Themen die uns ‚scheinbar‘ nicht direkt betreffen, lassen sich praxisnah und mit Freude vermitteln. So schaffen Schulpartnerschaften spielerisch Verständnis für globale Zusammenhänge und die Verbindungen zwischen lokalem Handeln und globalen Auswirkungen. Sie ermöglichen Weltoffenheit und Toleranz und fördern damit  rassismuskritische Sichtweisen und Praktiken auf Augenhöhe mit Menschen auf der ganzen Welt. Insbesondere Nord-Süd/Süd-Nord Partnerschaften können so ein differenzierteres Bild von Ländern liefern, welches uns im Alltag häufig durch eine eurozentrische Brille vermittelt wird. Wir lernen unseren Horizont zu erweitern und praktische Solidarität einzuüben. So können Anknüpfungspunkte gefunden werden, um globale Perspektiven und Themen in verschiedenen Unterrichtsfächern einzubauen.

Schulpartnerschaften bieten viele Chancen. Die Umsetzung ist aber nicht immer ganz einfach. Häufig entstehen Schulpartnerschaften durch das Engagement einzelner Lehrkräfte oder aus einem Interesse der Schüler_innen heraus, etwas Gutes in der Welt zu bewirken. Aus diesem karitativen Gedanken eine Schulpartnerschaft entstehen zu lassen, die sich auf Augenhöhe befindet, ist schwierig. KOSA setzt sich deshalb gezielt für Partnerschaften ein, die die Interessen beider Seiten gleichermaßen berücksichtigen. Ziel ist es, eine Kommunikation zu ermöglichen, in denen alle Seiten gleichberechtigt zu Wort kommen und ihre Wünsche und Ziele äußern können. Zu Beginn einer Partnerschaft stellen Organisation und Finanzierung oft größere Hürden dar: Viele wichtige Parteien müssen erst noch mit ins Boot geholt und neue Kontakte geknüpft werden, damit eine Verteilung der Verantwortung auf mehrere Schultern möglich wird. Die Schule muss sich auf neue Inhalte und Aufgaben einlassen, die in dem ohnehin schon anstrengenden Lehralltag oft als Mehraufwand wahrgenommen werden. Und auch eine fortlaufende Kommunikation zwischen den Partnerschulen benötigt Ausdauer, interkulturelles Wissen und Strategien zu Problemlösungen.
Bei der Bewältigung dieser Hürden und damit trotzdem die vielfältigen Potentiale einer Schulpartnerschaft auf Augenhöhe zur Geltung kommen, bietet KOSA wo nötig Hilfestellung. Durch interkulturelle Kompetenz, das nötige Wissen über beide Schulsysteme, Seminare oder Gespräche begleiten wir die Schulpartnerschaften.

Es gibt sowohl gute inhaltliche als auch organisatorische Gründe für eine Schulpartnerschaft mit Südafrika. Einerseits spricht für Südafrika die vergleichsweise gute digitale Infrastruktur, sodass in der Regel über das Internet kommuniziert werden kann. Außerdem ermöglicht Englisch als Verkehrssprache einen einfachen Austausch. Inhaltlich macht Südafrika vor allem seine Diversität interessant. Südafrika ist das einzige afrikanische Land, das durch seine wirtschaftliche Kraft als eines der G20 Staaten anerkannt wird. Dennoch gibt es auch große Armut in der Bevölkerung.  Es gibt neben riesigen Großstädten und Villen die Townships, neben der Fußball- WM ausgebeutete Arbeiter_innen und neben sehr fortschrittlicher Technologie noch immer strukturell stark benachteiligte Gegenden. Diese spannenden Unterschiede bieten vielfältige Reflexions- und Vergleichsmöglichkeiten mit Deutschland. Es stellen sich Fragen wie: Stimmen unsere Bilder vom „armen“ Afrika? Wie kommen die großen Unterschiede zustande und gibt es diese auch in Deutschland? Unser Konsumverhalten und dessen Auswirkungen auf andere kann dabei berücksichtigt werden. Auch die Geschichte Südafrikas, von der Kolonialisierung und der Apartheid bis hin zu dem einzigartigen Nelson Mandela,  kann den Unterricht bereichern.  Viele Themen die heute in Deutschland immer relevanter werden, wie Rassismus, Flucht oder die Klimaerwärmung sind zudem ebenso wichtige in Südafrika. Sowohl Deutschland als auch Südafrika nehmen zum Beispiel viele Flüchtlinge auf. Wir können uns fragen: Wie gehen die Länder mit Flüchtlingen um? Was sind die Gemeinsamkeiten, was sind die Unterschiede? Antworten auf all diese Fragen helfen den Schüler_innen aus Südafrika und Deutschland dabei beispielhaft den Blickwinkel eines anderen Landes einzunehmen und den eigenen Horizont zu erweiterten.

Schulpartnerschaften können auf verschiedene Weise mit Leben gefüllt werden.
Es gibt immer wieder themenspezifische Aktionen und Kampagnen z.B. zu Rassismus, Rohstoffabbau oder Klimaerwärmung. Diese wurden mit verschiedensten Medien und Aktionsformen realisiert wie: Theaterprojekte, Mal- und Essaywettbewerbe, Fotokollagen, Briefwechsel, Erlebnisreisen, Städtetouren… den Möglichkeiten sind dabei fast keine Grenzen gesetzt.
Für Schulen die Finanzierung betrieben oder benötigen gab es zudem Öffentlichkeitsarbeit, Spendenmobilisierung durch Bazare, Benefizveranstaltungen, Pausenverkauf etc.
Dabei können die relevanten Themen zudem immer parallel im Unterricht in vielen Fächern vertieft werden. Es bieten sich Fächer wie Geographie, Gesellschaftslehre, Literatur, Musik, Kunst, Religion, Philosophie oder die Naturwissenschaften an.

Zusammenfassend lassen sich folgende Lernziele erreichen:

  • Verständnis für globale Zusammenhänge wecken.
  • Weltoffenheit und Toleranz etablieren.
  • Sprachkompetenz stärken.
  • Perspektiven fördern für rassimuskritische Sichtweisen und Praktiken.
  • Ein differenzierteres Bild von afrikanischen Ländern vermitteln und Vorurteile abbauen.
  • Eigene Verantwortung kennen und übernehmen lernen.
  • Die Schulkultur aufwerten.
  • Entwicklungspolitische Themen innerhalb der Schulen und Schulpartnerschaftsgruppen erarbeiten und diskutieren.

 

 

KOSA

Die Koordination Südliches Afrika (KOSA) e.V. ist ein bundesweit tätiges Netzwerk, das thematisch hauptsächlich zu Südafrika arbeitet. Derzeitiger Arbeitsschwerpunkt ist die Initiierung und Unterstützung von Schulpartnerschaften zwischen Deutschland und dem südlichen Afrika sowie die entwicklungs-politische Bildungsarbeit mit jungen Menschen.

Förderer

KOSA e.V. wird gefördert aus Mitteln des Kirchlichen Entwicklungsdienstes durch Brot für die Welt - Evangelischer Entwicklungsdienst