
Der Auftritt der deutschen
Fußballnationalmannschaft bei der WM in Südafrika steht unter keinem
guten Stern. Das Problem ist nicht das DFB-Team, sondern dessen
Hauptsponsor: Mercedes-Benz.

Bei Südafrikanerinnen und Südafrikanern, die ihr
Leben im Kampf gegen das rassistische Apartheidregime riskierten,
ruft das Daimler-Logo dunkle Erinnerungen wach. Im April 2009 hat
ein US-Bundesbezirksgericht in New York eine Sammelklage wegen
Beihilfe zu schweren Menschenrechtsverletzungen während der
Apartheid gegen Daimler und vier weitere Konzerne zugelassen. Die
Vorwürfe gegen Daimler: Die Lieferung von mindestens 2.500 Unimogs,
die als Truppentransporter oder Raketenwerfer genutzt wurden.
Außerdem Dieselmotoren für Panzer und Hubschrauber zur Überwachung
von Demonstrationen. Durch seine Geschäfte mit dem Apartheidregime
beteiligte sich Daimler an der Unterdrückung des schwarzen
Befreiungskampfes und der Destabilisierung der Region. Die
südafrikanische Organisation Khulumani Support Group fordert die
Anerkennung des begangenen Unrechts und Entschädigungszahlungen. Die
zunehmende Aufmerksamkeit durch die WM in Südafrika soll auch dazu
genutzt werden, den Druck auf Daimler in Deutschland zu erhöhen.
(Text: afrika süd 06-09)
Kampagne: The Star of
Apartheid
Die Kampagne startete
am 14.04.2010 mit der Jahreshauptversammlung (HV) der Daimler AG in
Berlin. Vor den Haupteingängen wurden Aktionspostkarten verteilt die
dazu aufrufen, sich an der Kampagne zu beteiligen.
Während der HV sprachen Vertreter von Khulumani, KOSA/Kritische
Aktionäre und der KASA zu dem Thema. Aber der Vorstand der Daimler
AG bleibt bei seiner Position: Mit den Lieferungen der Unimogs wurde
nicht gegen damaliges deutsches Recht verstoßen und die Eingabe von
Mercedes-Benz Südafrika vor der Wahrheits- und Versöhnungskommission
hätte keine Rückfragen ergeben. Sie sehen somit keine Gründe, warum
sie nun mit den Opfern in einen Dialog treten sollten. Sie sind sich
keiner Schuld bewusst. Natürlich erwähnt Daimler nicht, dass die
südafrikanische Wahrheits- und Versöhnungskommission der Daimler
Tochter MBSA keinen Freispruch gegeben und keine Amnestie gewährt
hat. Und genau aus diesem Grunde unterstützt Erzbischof Tutu die
US-Entschädigungsklage von Khulumani.
Die Argumente von
Daimler sind inzwischen bekannt – auch beim Deutschen Fußball-Bund
(DFB). Immerhin ist Daimler einer der wichtigsten Sponsoren des DFB.
KASA, KOSA, medico international und SODI hatten im November letzten
Jahres einen
Brief an den DFB geschickt mit der Bitte um Stellungnahme zum
Engagement ihres Hauptsponsors. Im Februar erhielten wir
Antwort – einige Zeilen vom DFB, lange Ausführungen von Daimler.
Der DFB sieht keinen weiteren Handlungsbedarf. So sind wir nun auf
die Reaktion unseres
Antwortbriefes gespannt.
Wir möchten die zunehmende Aufmerksamkeit durch die WM in Südafrika
gemeinsam mit Khulumani dazu nutzen, den Druck auf Daimler in
Deutschland zu erhöhen - und die Forderungen der südafrikanischen
Khulumani-Support Group nach Anerkennung des begangenen Unrechts und
Entschädigungszahlungen unterstützen.