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Durban: Gewalt gegen Straßenkinder

von Anna-Lena Behle

Pünktlich zur Weltmeisterschaft wird in Durban offenbar eine Stadtverschönerung der besonderen Art durchgeführt. In letzter Zeit häufen sich Berichte über Razzien der städtischen Polizei (Metro Police), bei denen Straßenkinder verhaftet oder in Transportern eingesammelt und außerhalb der Stadt ausgesetzt werden. Außerdem kommt es wohl vermehrt zu gewalttätigen Übergriffen; auch werde Mädchen mit Gefängnisstrafen gedroht, wenn sie nicht mit Polizisten schliefen.


City Manager Michael Sutcliffe tat die Berichte über Verhaftungen als haltlose Lügen ab. Der Abtransport der Straßenkinder ist jedoch von der lokalen NGO Umthombo bestätigt worden. Es ist unklar, wer die Instruktionen für dieses Vorgehen gibt. Es scheint als handle die städtische Polizei auf eigene Initiative, so Umthombo Geschäftsführer Tom Hewitt. Er bezeichnete die Aktionen als Straßensäuberungen, die das Image der Stadt für die zur WM
erwarteten Touristen aufpolieren sollten. Die Metro Police bestreitet einen Zusammenhang mit dem Großereignis, man reagiere lediglich auf die Beschwerden der Gemeinde.

Es ist im Allgemeinen recht merkwürdig, dass die über 400 in Durban lebenden Straßenkinder eher als sicherheitstechnische anstatt soziale Angelegenheit behandelt werden. Problematisch ist zudem, dass dieses Vorgehen gegen die Straßenkinder bislang noch legal ist.

Denn der Children’s Act von 2005, der explizit auch obdachlosen Kindern und Jugendlichen Schutz gewährt, ist immer noch nicht vollständig implementiert.
Danny Jordaan, Geschäftsführer des Organisationskomitees in Südafrika betont, dass es nicht im Interesse der Fifa läge, Straßenkinder und somit die Armut des Landes zu verstecken. Im Gegenteil, die Organisatoren der WM müssten diese Probleme offen thematisieren und sich darum bemühen, die Würde sowie den Menschenwert der Straßenkinder wiederherzustellen.
Die Lokalverwaltung Durbans verkündete nun, die unmenschliche Praxis werde gestoppt und eine neue Strategie erarbeitet. Diese solle den Einsatz von Sozialarbeitern, eine Reintegration in die Gesellschaft, sowie Nachsorgeprogramme einschließen.ber nicht nur Straßenkinder sind von den Säuberungen betroffen. Es wurde ebenfalls die gewaltsame Vertreibung von Kongo-Flüchtlingen aus Durban gemeldet. In diesem Kontext veröffentlichte der Mercury ein Interview mit einem Polizisten, welches vermuten lässt, dass Michael Sutcliffe die Metro Police instruierte. Dieser bestreitet jedoch etwas mit dem Vorfall zu tun zu haben.

 

Quellen

bullet http://www.durban.gov.za/durban/government/media/cmn/20050513Street%20chidren/view
bullet http://www.mg.co.za/article/2010-01-22-rounded-up-and-shipped-out
bullet http://www.timeslive.co.za/sundaytimes/article305799.ece
bullet http://www.timeslive.co.za/sundaytimes/article75379.ece
bullet http://www.umthombo.org/site.php?level=8&id=80

 

   
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