Mit der Entscheidung des Weltfußballverbandes, die
Fußball-WM 2010 in Südafrika durchzuführen, wurde und wird dem Land
mindestens bis zum Anpfiff am 11. Juni die Aufmerksamkeit der
Weltöffentlichkeit zuteil.
Das Großereignis am Kap der Guten Hoffnung wird in
mehrfacher Hinsicht unter besonderen Bedingungen stattfinden. Neben den
großen organisatorischen Herausforderungen, die das jeweilige Gastgeberland
zu bewältigen hat, ist die Umsetzung des demokratischen Wandlungsprozesses
in Südafrika derzeit noch nicht abgeschlossen – sowohl in ökonomischer als
auch in sozialer Hinsicht.
Armut, Ungleichheit, Arbeitslosigkeit und der rasante
Anstieg von HIV/AIDS und anderen Infektionskrankheiten prägen das neue
Südafrika. Um den Versöhnungsprozess in der jungen Demokratie zum Erfolg zu
führen, ist es umso dringlicher, gerade mit der Fußball-Weltmeisterschaft
einen Beitrag zu
leisten, der allen Menschen zugute kommt.
Um dies zu unterstützen, haben sich deutsche
Nichtregierungsorganisationen (NGOs) zusammengeschlossen, um unter dem Motto
»KICK FOR ONE WORLD« für eine gerechte Fußballweltmeisterschaft zu werben.
In Kooperation mit Organisationen der Zivilgesellschaft in Südafrika setzen
wir uns dafür ein, dass die FIFA-WM 2010 vor allem für die Menschen im
südlichen Afrika eine
Bereicherung wird – sowohl sozial als auch ökonomisch.
Die in dem Bündnis engagierten NGOs setzen sich mit ihrer
Arbeit seit Jahrzehnten für ein gerechtes Südafrika ein und unterstützen auf
vielfältige Weise Programme und Projekte in Südafrika. Durch ihre
entwicklungsbezogene Bildungsarbeit hier in Deutschland vermitteln sie zudem
vielfältige Informationen über das Land und die Menschen in Südafrika und
den Nachbarländern. Südafrika ist nach wie vor ein Land der
Gegensätzlichkeiten, im Wesentlichen gekennzeichnet durch Reichtum und
extreme Armut, das seinen Ausdruck in unterschiedlichsten Lebenswelten der
Menschen findet.
Diese Breite, Vielfalt und Unterschiedlichkeit möchte das
Bündnis im Rahmen der Kampagne »KICK FOR ONE WORLD« nutzen, um Menschen in
Deutschland Entwicklungsprobleme und -chancen dieses Landes und der Region
zu vermitteln und sich gemeinsam mit den Partnerorganisationen für ein
gerechtes Südafrika einzusetzen.
Durch Bildungs- und Informationsmaterialien, aber auch
durch Veranstaltungsreihen und Begegnungen mit Menschen aus Südafrika
möchten wir insbesondere im Vorfeld der WM (2009 - 2010) in Deutschland
Informationen jenseits der Themen Gewalt, Sicherheit oder Tourismus
vermitteln und dabei Stimmen aus der Region zu Wort kommen lassen.
Mit unserer Arbeit möchten wir dazu beitragen, dass die
WM 2010 in Südafrika nicht nur für die Menschen in Südafrika, sondern auch
für die „Daheim Gebliebenen“ in Deutschland auch jenseits der
Fußballeuphorie als eine Bereicherung empfunden wird.
Aktivitäten des Bündnisses
Bereits im September 2008 forderte das Aktionsbündnis „kick-for-one-world“
in einem
offenen Brief den FIFA Präsidenten Joseph Blatter auf, die lokale
Bevölkerung in Südafrika von den Verdienstmöglichkeiten nicht
auszuschließen. Insbesondere den Straßenhändlerinnen sollten angemessene
Verkaufsmöglichkeiten eingeräumt werden, damit diese von der
Weltmeisterschaft profitieren könnten. Trotz einer weiteren Aufforderung ist
die FIFA dem Aktionsbündnis eine Antwort schuldig geblieben.
Von der WM in Südafrika sollen alle profitieren – so
das Versprechen der offiziellen Veranstalter. Aber
die Realität sieht anders aus, wie Nkosinathi Jikeka von der
Organisation
streetNet berichtet.
Auf Einladung der Koordination Südliches Afrika, der KASA und des
Aktionsbündnisses „kick-for-one-world“, tourten Nkosinathi Jikeka und Eddie
Cottle aus Südafrika vom 15. – 23. März 2010 durch Deutschland.