Der
erste Anblick des Post-Apartheid-Staates wird sich den meisten Gästen
der Fußballweltmeisterschaft aus der Luft bieten. Das ist eine echte
Chance: Schon ein kurzer Blick aus der Vogelperspektive auf die
Siedlungsstruktur rund um Kapstadt oder Johannesburg verrät mehr über
das heutige Südafrika, als es der Blitzbesuch in den Stadien und
Innenstädten vermag.
Erstmals
wird 2010 mit der Fußballweltmeisterschaft eines der beiden größten
globalen Sportereignisse auf dem afrikanischen Kontinent stattfinden.
Dieser Umstand ruft im Westen ein ganzes Spektrum von Assoziationen
auf. Ob es darum geht, dass derartige logistische und technische
Anstrengungen auch einem afrikanischen Land zugetraut werden, oder
aber um die Zweifel, ob »die das wirklich schaffen« – immer schwingt
die Tatsache, dass wirtschaftliche und technologische Kompetenzen und
Möglichkeiten nach wie vor auf der Welt extrem ungleich verteilt sind,
im Vorfeld der WM in der öffentlichen Kommunikation mit.
Zugespitzt
gesagt geht es hier auch um die symbolische Überwindung (post-)kolonialer
Diskriminierung und rassistischer Vorurteile. Dem globalen Süden wird
Inkompetenz unterstellt, und Afrika erscheint vielen als Inbegriff des
Elends und des Chaos. Damit wird die Vorstellung transportiert, nach
dem Abzug der Weißen – oder im Fall Südafrikas nach dem Ende der
rassistisch begründeten Minderheitsherrschaft – gehe dort nichts mehr.
Manche warteten im Vorfeld der WM offen oder insgeheim auf eine
Bestätigung ihrer Vorurteile. Doch seit die Generalprobe, der
Confederations Cup 2009, erfolgreich verlaufen ist, bezweifelt niemand
mehr ernsthaft, dass Südafrika es schaffen wird. Allenfalls ein
gelegentliches Raunen und das Gerücht, die Hotelkapazitäten würden
vielleicht nicht ausreichen und WM-TouristInnen müssten in
Massenquartiere ausweichen, halten sich hartnäckig.
Zum Anpfiff bereit
Die
Anstrengungen, die in Südafrika auf dem Weg zur WM unternommen wurden
und werden, sind enorm. Sie manifestieren sich zunächst im Aus- und
Neubau großer, mit neuester Technologie ausgestatteter und teils
architektonisch spektakulärer Stadien. Diese sind, nicht anders als
vier Jahre zuvor in Deutschland, für die Austragung von wenigen, teils
nur ein oder zwei, Fußballspielen vorgesehen. Hinzu kommen vor allem
aufwändige Infrastrukturmaßnahmen. Die seien notwendig, um die
erwarteten Touristenströme aufnehmen zu können, die nicht nur zur WM,
sondern dadurch angeregt auch nach 2010 kommen sollen. Gebaut oder bis
auf das doppelte Fassungsvermögen erweitert werden die internationalen
Flughäfen in Johannesburg, Kapstadt und Durban. Insgesamt werden elf
Flughäfen für das Großereignis vorbereitet.
An den Austragungsorten wird massiv in die Verkehrsinfrastruktur
investiert, am spektakulärsten wohl mit dem für Südafrika innovativen
Gautrain, einer Schnellbahn, die den Flughafen von Johannesburg mit
der Stadt sowie mit den relevanten Stadien und mit der
Regierungshauptstadt Tshwane (Pretoria) verbinden wird. So soll das
Straßen- und Autobahnsystem entlastet werden, das gerade im
wirtschaftlichen Herzland, der Provinz Gauteng, regelmäßig
hoffnungslos verstopft ist. In all diesen technologischen
Großprojekten manifestiert sich symbolhaft eine stoßartige
Modernisierung des Landes.
Offiziellen Schätzungen zufolge erfordern die Infrastrukturmaßnahmen
etwa zwei Drittel der mit rund 3,7 Milliarden Dollar veranschlagten
Kosten für die WM. Mit alledem läge dieses »Sportereignis« in
Südafrika im langfristigen globalen Trend, solche Großereignisse als
Chance für schlagartige Verbesserungen der Infrastruktur zu nutzen.
Ähnliches gilt für die Kostenexplosion: Würde man zu Beginn ehrlich
Rechenschaft ablegen und wäre die Differenz der veranschlagten und
tatsächlichen Kosten vorher bekannt, würde sich vielleicht niemand
darauf einlassen.
Doch beim
Anflug auf Südafrika, sei es nach Kapstadt oder Johannesburg, können
die Gäste zumindest für einen kurzen Moment aus ganz anderer
Perspektive auf Südafrika blicken. Sie müssen dafür, statt sich etwa
vom einzigartigen Panorama des Tafelbergs beim Anflug auf den
Kapstädter Flughafen faszinieren zu lassen, die Vogelperspektive
nutzen und den Blick nur direkt nach unten richten. Zu sehen ist hier
ein Wohngebiet, von dem sie abgeschottet bleiben werden, wenn sie erst
einmal gelandet sind: die Cape Flats, die informellen Siedlungen in
der großen Ebene östlich des Tafelberges. Hierhin hat vor vierzig,
fünfzig Jahren das Apartheidsregime alle diejenigen verfrachtet, die
im Stadtzentrum nicht länger erwünscht waren und aufgrund der
rassistischen Kategorisierung dort auch nicht mehr wohnen durften.
Langa,
Gugulethu, Mitchell’s Plain, Khayelitsha – auch diese Namen sind
zumindest denen wohl vertraut, die in den 1970er und 1980er Jahren die
Kämpfe gegen die Apartheid verfolgt und unterstützt haben. Wer vom
Flughafen auf der Stadtautobahn in die Stadt gefahren wird, könnte
also anhand der Wegweiser, die das Auto passiert, zu der Erkenntnis
kommen, dass dies keine Mythen, sondern höchst reale Orte sind. Was
der Blick von oben beim Anflug hätte zeigen können: es sind großteils
Gegenden, deren BewohnerInnen auch 15 Jahre nach dem offiziellen Ende
der Apartheid noch immer am unteren Ende der Skala in einer
Gesellschaft leben müssen, die bei der sozialen Ungleichheit zur
Weltspitze gehört. Der Gini-Koeffizient, ein Maß zur Darstellung der
Ungleichverteilung in einer Gesellschaft, hat in Südafrika seit Ende
der Apartheid noch zugenommen und liegt nun deutlich über 0,6. Zum
Vergleich: der theoretische Maximalwert beträgt 1, der Wert für
Deutschland liegt knapp unter 0,3.
Von der Autobahn aus verstellen neu errichtete Apartmentblocks den
Blick auf das, was dahinter recht zielbewusst verborgen wird. Selbst
wer zwischen den WM-Spielen die Angebote des längst etablierten
Township-Tourismus nutzt, wird nicht unbedingt die widersprüchliche
Realität kennen lernen, in der nach wie vor die Mehrheit der
städtischen SüdafrikanerInnen lebt. Die zweistündigen bis eintägigen
Townshiptouren präsentieren häufig eine für die Fremden sorgfältig
bereinigte, vielleicht gar romantisierende Version lokaler
Lebensverhältnisse (zum Township-Tourismus siehe iz3w 291).
Zementierte Vergangenheit
Das Erbe
der Apartheid ist teils buchstäblich in Beton gegossen. Es
manifestiert sich in Straßen und Siedlungsstrukturen, die darauf
angelegt waren, Privilegierte von Diskriminierten abzuschotten – also
von jenen, die von bürgerlichen Rechten ebenso wie von
Aufstiegschancen oder Eigentum ausgegrenzt waren, es sei denn, sie
wurden als Hausbedienstete benötigt. Ähnliches gilt nach wie vor für
den Zugang zu Land. In der heute stark urbanisierten Gesellschaft
Südafrikas mag der Landzugang nicht mehr die gleiche zentrale Rolle
spielen wie noch vor Jahrzehnten. Dennoch steht die extrem ungleiche
Landverteilung für das Erbe der Enteignung der afrikanischen
Gemeinschaften und die Folgen der massenhaften Deportation unter der
Apartheid. All das kann bereits erkennen, wer aufmerksam aus dem
Flieger schaut und den Blick auf winzige Parzellen und Hütten richtet,
säuberlich getrennt von den schier endlosen Feldern, den Vierteln mit
großzügigen Straßen und den Gärten mit den Swimmingpools, die in der
Sonne glitzern.
Nun ist es
nicht so, als habe sich in Südafrika seit dem Ende des
regierungsamtlich verankerten Rassismus nichts geändert. Doch trotz
Black Empowerment und der Herausbildung einer »Blackoisie«, trotz
spürbarer Verbesserungen bei der Infrastrukturversorgung der Townships
mit Wasser, Elektrizität und Telefon sind die gesellschaftlichen
Strukturen erschreckend stabil geblieben. Wenngleich auch am
wohlhabenden Pol des sozialen Spektrums nun eine Reihe schwarzer
Gesichter zu sehen ist, wurde die krasse soziale Ungleichheit vor
allem beim Hausbau zementiert. Getreu den Vorgaben der
Wirtschaftsorthodoxie sorgte der ANC nach 1994 vor allem für die
Öffnung der südafrikanischen Märkte und eine gute Zahlungsbilanz.
Geradezu ein Fanal war dabei die schnelle Beerdigung des noch im
Wahlkampf propagierten, auf gesellschaftliche Strukturveränderungen
zielenden Recovery and Development Programme (RDP) zugunsten der
GEAR-Strategie (Growth, Employment and Redistribution), die sich
weitgehend an neoliberalen und monetaristischen Vorgaben ausrichtete.
In der Folge expandierten südafrikanische Konzerne international.
South African Breweries kaufte beispielsweise Pilsner Urquell auf.
Einzelhandelsketten, Telekommunikationsunternehmen,
Nahrungsmittelkonzerne, Bergwerkskonzerne, teils aber auch
Finanzdienstleister expandierten neben ihrer global ausgerichteten
Strategie auch auf dem afrikanischen Kontinent in Länder, die ihnen
bis 1994 weitgehend verschlossen geblieben waren.
Im eigenen
Land stellt sich die gesellschaftliche Wirklichkeit jedoch anders dar.
Die Beschäftigungszahlen stagnieren, und die Arbeitslosenquote stieg
ebenso wie die Zahl derer, die auf mehr oder weniger legale Weise im
informellen Sektor ihr Überleben organisieren müssen. Die registrierte
Arbeitslosigkeit liegt inzwischen bei deutlich über 30 Prozent. Die
lang etablierte Textil- und Bekleidungsindustrie erlag größtenteils
dem Ansturm chinesischer Billigimporte. Öffentlich kommuniziert wird
von diesen Zuständen in der Regel aber nur die hohe Kriminalitätsrate.
Sie spielte auch in den Diskussionen über die WM eine Rolle. Zwei
Sachverhalte werden hierbei gerne unterschlagen: Erstens sind seit dem
Ende der Apartheid wohlhabende, zuvor weiße Wohngegenden nicht mehr
hermetisch abgeriegelt – und deren EinwohnerInnen damit mehr mit
Kriminalität und Gewalt konfrontiert als zuvor. Zweitens werden
weiterhin deutlich mehr Arme zu Kriminalitätsopfern als Reiche.
Letztere haben sich in ihre Gated Communities und die Glitzerwelt der
ebenfalls sorgfältig abgeschirmten Shopping Malls zurückgezogen, sie
genießen dort den Schutz privater Sicherheitsdienste.
Gegen die Ausgegrenzten
Anfang der
1990er Jahre erlebte Südafrika eine beispiellose gesellschaftliche
Mobilisierung, die schließlich das Apartheidregime an den
Verhandlungstisch zwang. Die Menschen, die jahrzehntelang gekämpft
hatten, um dies zu erreichen, haben sich allerdings mehr davon erhofft
– vor allem die große Mehrheit, die den Aufstieg nicht geschafft hat.
Viel intensiver als etwa im benachbarten Namibia artikulieren daher
heute Gewerkschaften, Einwohnerorganisationen in der Tradition der
Civics – der Basisorganisationen, die den Kampf der 1980er Jahre
entscheidend geprägt haben – oder spontane Bewegungen den Protest.
Erinnert sei an die Streiks auf den Stadion-Baustellen in der ersten
Jahreshälfte 2009 oder an die häufigen Widerstandsaktionen gegen die
Räumung von Wohnraum. Diese Räumungen geschehen zwar nicht mehr
aufgrund des Group Areas Act, das unter Apartheid jeder rassisch
bestimmten Gruppe scharf abgegrenzte Wohngebiete zuwies. Heutzutage
liegt die Ursache in Profitmaximierung und Bodenspekulation. Aber
nicht ganz selten reagieren Betroffene mit eben jenen Aktionsformen,
die sie während der Apartheid eingeübt haben. Es gibt Versammlungen,
Demonstrationen und den eindrucksvollen Demonstrationstanz Toyi Toyi,
um etwa gegen Zwangsräumungen vorzugehen.
ANC-Gewaltige, die jetzt in gewisser Weise auf die andere Seite
geraten sind, reagieren darauf schon einmal mit Empörung und beklagen,
hier seien Handlungsrituale von anderen angeeignet worden, die sie als
ihre ureigenen ansehen. Man kann dies auch als eindrucksvollen Beleg
dafür interpretieren, dass Bewegung und Partei sich ein Stück weit
voneinander entfernt haben. Die Wahlerfolge des ANC hat dies
allenfalls marginal geschmälert.
Allerdings
kann der Sturz des Präsidenten Thabo Mbeki Ende 2008 als wichtiger
politischer Einschnitt und als Ausdruck zunehmender sozialer
Spannungen gesehen werden. Er ging auf die Enttäuschung vieler
ANC-Kader zurück, vor allem des mit dem ANC noch immer in der Triple
Alliance mitregierenden Gewerkschaftsverbandes COSATU und der
Kommunistischen Partei SACP. Die Problematik zeigte sich ein gutes
halbes Jahr später in ihrer ganzen Schärfe in der darauf folgenden
Installierung Jacob Zumas an der Staatsspitze. Zumas Aufstieg beruhte
ganz wesentlich darauf, dass der neue Kandidat vor allem als Politiker
auftrat, der die kleinen Leute versteht, der ihre Sprache spricht und
sie zumindest symbolisch ernst nimmt. Während Mbeki bei den wenigen
Besuchen in seinem Heimatdorf stets Englisch sprach, stilisiert Zuma
seinen Weg vom barfüßigen Hirtenjungen zum Präsidenten und seine
Identität als »100 Percent Zulu Boy«, mit allen Konsequenzen
einschließlich breit veröffentlichter Polygamie. Ob die etablierte
südafrikanische Linke – allen voran COSATU und SACP – ihrerseits gut
beraten war, Zuma als Gegenfigur zu dem elitär und technokratisch
auftretenden Mbeki zu unterstützen, ist fragwürdig – auch abgesehen
von der mühsam abgebogenen Verurteilung wegen Vergewaltigung und noch
immer nicht aufgeklärten, schweren Korruptionsvorwürfen.
Die
heutigen Streiks und lokalen Konflikte in verschiedenen Townships
unterstreichen, dass die gesellschaftlichen Konflikte virulent bleiben
und sich vermutlich weiter zuspitzen. Dennoch: Die Leute scheinen
ihrem neuen Präsidenten noch etwas zuzutrauen. Mitte Oktober 2009
brannten im Township Sakhile im östlichen Witwatersrand Autoreifen als
Protest gegen die Korruption der Gemeindeverwaltung und die schlechten
kommunalen Dienstleistungen. Auch hier artikulierte sich Frustration
in Formen, die aus den Kämpfen der 1980er Jahre bekannt sind, freilich
auch an die dunklen Seiten der Township-Kämpfe erinnern. Der Appell
der Protestierenden richtete sich unmittelbar an den Präsidenten: Der
sollte kommen und wie versprochen gegen Korruption und Ineffizienz
selbst Hand anlegen. Wenige Wochen zuvor hatte ein ähnlicher Besuch
Zumas in der Provinz Mpumalanga zur Einrichtung einer Telefon-Hotline
für die BewohnerInnen geführt, die Basisnähe und Empathie des
Präsidenten beweisen sollte. Es ist schwer vorstellbar, dass derartige
symbolische Politik es längerfristig vermag, die Unzufriedenheit und
den Protest einzudämmen.
Es gibt
keinerlei Anlass, die bisherigen Protestausbrüche zu romantisieren
oder gar zu unterstellen, es werde Druck in Richtung auf eine
fortschrittliche politische und gesellschaftliche Wendung erzeugt.
Denn die xenophoben Übergriffe im Frühjahr 2008, die teils
pogromartige Züge annahmen, sprechen eine andere Sprache. Erst Mitte
November 2009 wurden wieder Flüchtlinge aus Zimbabwe von ihren
südafrikanischen Nachbarn aus ihren Häusern verjagt. 2008 waren die
Opfer ebenfalls Flüchtlinge aus Zimbabwe und auch aus Somalia.
Betroffen waren aber auch lang etablierte MigrantInnen-Gruppen aus
Nigeria oder der Demokratischen Republik Kongo. Ihre Anwesenheit ist
Ausdruck der Krisen in ihren Heimatländern ebenso wie des
wirtschaftlichen Übergewichts Südafrikas auf dem Kontinent – und damit
auch der Anziehungskraft, die das Land trotz aller eigenen Probleme
nach wie vor ausübt. Manche KommentatorInnen verwiesen darauf, dass
sich in den xenophoben Gewaltexzessen die Enttäuschung über das
Ausbleiben adäquater staatlicher Leistungen ausdrücke. Auf diese
glauben viele SüdafrikanerInnen Anspruch zu haben, nachdem sie das
Apartheidregime in aufopferungsvollen, jahrelangen Kämpfen besiegt
haben.
Wishful Thinking
Die
Fußball-WM wird durch diese gesellschaftlichen Probleme vermutlich
wenig beeinträchtigt werden. Die Begeisterung über das Großereignis im
eigenen Land ist weit verbreitet. Und auch diejenigen, die allenfalls
auf die Rolle von Zaungästen beschränkt sein werden, sind zumeist
stolz, dass Südafrika es schafft, dieses anspruchsvolle Großereignis
zu realisieren. Man darf gespannt sein, ob und wie diese durchaus
massenhafte Faszination aufgenommen wird, ob das Ritual des Public
Viewing verallgemeinert und bis in die Townships getragen oder auf die
Inseln des Konsums und der abgeschotteten Glitzer-Urbanität
eingeschränkt wird. Von dort können als Unruhestifter Verdächtige ohne
große Schwierigkeiten ausgeschlossen werden, denn genau für einen
solchen Ausschluss sind diese Inseln geschaffen.
Die
BesucherInnen der WM, die aufgefordert werden, zwischen den gebuchten
Spielen vielleicht einen Abstecher in die Nationalparks zu machen und
wilde Tiere zu bestaunen, wird dies alles vermutlich kaum stören. Das
muss kein Ausdruck von Zynismus sein, sondern ist in erster Linie
Folge der systematischen Ausschließung des einen Pols sozialer
Ungleichheit aus der Sicht des anderen. Wenn nicht gerade einmal der
Blick vom Panorama des Tafelberges nach unten gleitet.