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Milliardenaufträge der Fifa ziehen Korruption und Mord nach sich

 

Mit der Fußballweltmeisterschaft fließt viel Kapital nach Südafrika. Darüber hat sich ein harter Kampf um die Finanzmittel entsponnen.

 

von Anna-Lena Behle

Am 8. Januar diesen Jahres wurde der Lokalpolitiker Sammy Mpatlanyane in der Provinz Mpumalanga erschossen. Bereits ein Jahr zuvor war unter immer noch ungeklärten Umständen ein anderes ANC-Mitglied (African National Congress), Jimmy Mohlala, umgebracht worden. Eine wichtige Rolle bei diesen Morden scheint der Bau des Mbombela Stadions in Nelspruit zu spielen, einem der 10 Austragungsorte der Fußball-WM 2010. Der Auftrag für den Bau ist mit der stolzen Summe von einer Milliarde Rand und anscheinend auch mit diversen „Unstimmigkeiten im Finanzmanagement“ verbunden.

Korruptionsvorwürfe wurden nämlich im letzten Jahr von Jimmy Mohlala gegen den mit dem Stadionbau betrauten Jacob Dladla (ebenfalls ANC-Mitglied) erhoben. Letzterer wurde daraufhin suspendiert. Schon damals erhielt Mohlala Todesdrohungen, es wurde wegen seines „unloyalen“ Verhaltens sogar der Ausschluss aus der Partei gefordert. Das wollte er nicht akzeptieren, weshalb bis zu seinem Tod ein Disziplinarverfahren gegen ihn lief.

Nun scheint ein Zusammenhang zu dem Mord an Sammy Mpatlanyane zu bestehen. Warum? Es ist eine Art „Abschussliste“ aufgetaucht, auf der sowohl acht ANC-Mitglieder, darunter die beiden Toten Mpatlanyane und Mohlala, sowie zwei Journalisten verzeichnet sind. Selbst dem ANC ist diese Liste bekannt. Laut der Sunday Times soll ein ranghohes ANC-Mitglied hinter dieser Liste stecken. Das hätten verschiedene Parteigenossen und nicht zuletzt ein Auftragskiller bestätigt. Dieser hatte der Sunday Times berichtet, dass ein einflussreicher ANC Mann ihm 100.000 Rand und einen Regierungsjob für einen Auftragsmord geboten habe. Der Auftraggeber der Morde sei laut Anthony Benadie, dem Sprecher der Democratic Alliance, in politischen Kreisen bekannt.

Die Regierungspartei distanziert sich jedenfalls von der Liste, sie habe nichts mit den Auftragsmorden zu tun. Nur weil Mitglieder involviert seien, träfe das noch lange nicht auf den gesamten ANC zu. Es wurde jedoch eine Kommission zur Aufklärung über die Hintermänner gegründet, die ihre Arbeit bis Ende März diesen Jahres beendet haben soll. Letzen Endes, so macht der ANC deutlich, seien der Partei aber die Hände gebunden, da zuerst die Polizei die Morde aufklären müsse.

Vorwürfe wurden ebenfalls gegen den Premier der Provinz David Mabuza geäußert, da dieser bislang zu den Vorfällen schweigt. Zudem steht er schon länger unter Korruptionsverdacht, daher geht das Gerücht um, der ANC wolle ihn absetzen. David Mabuza selbst spricht von einer Verschwörung gegen ihn.

Der Kern des Problems ist offensichtlich die weit verbreitete Bereicherungsmentalität bzw. Korruption der politischen Elite Südafrikas, die mit den Milliardenaufträgen der Fifa neuen Nährboden gefunden hat. In der Provinz Mpumalanga scheint es zudem Politiker zu geben, die im Kampf um die Aufträge auch vor Mord nicht zurückschrecken.

Die Sunday Times veröffentlichte jüngst eine Liste mit 12 Lokalpolitikern, die seit 1998 in Mpumalanga getötet worden oder unter verdächtigen Umständen ums Leben gekommen sind.

 

Stand: Februar 2010

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Artikel als PDF

Quellen:

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http://www.mg.co.za/article/2010-02-10-anc-distances-itself-from-mpumalanga-hit-list

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http://www.news24.com/Content/SouthAfrica/Politics/1057/08e3de3d2b694c3ca118a50d30154f1f/07-02-2010-09-25/Probe_ANC_hit_list_claims_-_DA

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http://www.sueddeutsche.de/sport/789/453479/text/

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http://www.timeslive.co.za/sundaytimes/article295254.ece

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http://www.timeslive.co.za/sundaytimes/article295253.ece

 

   
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