Infrastrukturausbau im Transportwesen für die WM 2010
Ein Parlamentarischer Ausschuss hat Ende Juni
2007 die Austragungsorte der Fußballweltmeisterschaft 2010 mit Ausnahme
Tshwane (Pretoria) bereist, um sich ein Bild über den Fortschritt bei den
Verkehrsprojekten zu machen. In den kleineren Städten bemängelte er
erhebliche zeitliche Rückstände auf die vorgegebenen Ziele. Johannesburg,
Kapstadt, eThekweni (Durban) und Nelson Mandela Metro (Port Elizabeth) lägen
im Zeitplan. Doch in Polokwane, Rustenburg und Mbombela (Nelspruit) ließe
der Fortschritt erheblich zu wünschen übrig.
Der Ausschuss empfahl der Regierung, Maßnahmen
zu ergreifen, um diese Kommunen in Planung und Durchführung zu unterstützen.
Dazu müsse vor allem die für 2010 eingerichtete Abteilung des
Verkehrsministeriums personell aufgestockt werden. Dort seien generell viele
Planstellen nicht besetzt. Für die 2010-Projekte seien nur ein Dutzend
Vollzeitfachkräfte abgestellt. Deutschland habe in Vorbereitung auf die WM
80 Transportspezialisten Vollzeit abgestellt.
Um den Reisestrom zu den Stadien zu entlasten, wird empfohlen, die
Vorrundenspiele auf die geringstmögliche Zahl von Stadien zu beschränken.
Für die Überwindung großer Strecken zu den einzelnen Austragungsorten
empfiehlt sich der Luftverkehr, da es keine entsprechenden Bahnverbindungen
gibt. Zwischen September 2006 und Januar 2007 konnte im Luftverkehr die
Kapazität um 1,4 Millionen Sitze im Jahr ausgebaut werden. Hier ist
Südafrika relativ gut ausgestattet. Problematischer ist der Nahverkehr. In
den Städten gibt es so gut wie kein öffentliches Nahverkehrsnetz. Für die
Verbindung Tshwane-Johannesburg wird eine eigene Schnellzugtrasse – Gautrain
– gebaut. In den Austragungsorten Kapstadt, Tshwane, eThekweni und Mangaun (Bloemfontein)
soll ein Schnellbus-System – Bus Rapid Transit – zwischen den Städten und
ihrem Umland aufgebaut werden, mit eigenen Trassen und moderner Technologie.
Es soll so angelegt werden, dass es auch nach der Weltmeisterschaft noch
sinnvoll genutzt werden kann.
Trotz aller Kritik zeigte sich der
Parlamentarische Ausschuss von einer erfolgreichen Durchführung der WM
überzeugt. Die Hauptsorge – so heißt es im Bericht – gelte dem Problem, dass
mangels Planungskapazitäten manche Verkehrsprojekte zu kurzsichtig allen auf
die WM ausgerichtet sind und keine nachhaltige Verkehrsverbesserung für die
Städte bringen.
Quelle: afrika süd 04.2007