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Zementknappheit

Mitten in den südafrikanischen Bau-Boom fällt ein großer Mangel an Zement, der die privaten Hausbauer schwer treffen und die ohnehin schon steigenden Gebäudepreise weiter in die Höhe treiben könnte. Auch negative Effekte auf die sozialen Wohnprogramme der Regierung und Infrastrukturprogramme sind möglich. Nicht zuletzt sind auch der Bau der Stadien für die Fußballweltmeisterschaft 2010 und des Schienennetzes für den Gautrain-Hochgeschwindigkeitszug in Gefahr. Nach Berichten südafrikanischer Medien betrug die Finanzierungslücke für die WM-Projekte, bedingt durch steigende Baupreise und mangelnde Fachkräfte, im Januar bei 270 Mio. US-Dollar. Gegenwärtig wird versucht, durch Importe den großen Zementbedarf Südafrikas zu decken. Der größte Teil wird aus China eingeführt, das trotz des eigenen Bau-Booms genug Baumaterial zum Export zur Verfügung hat. Der andere Teil kommt aus dem Nachbarland Simbabwe, in dem es derzeit aufgrund der schweren Krisenlage des Landes kaum größere Bauprojekte gibt.
In der südafrikanischen Baubranche wird nun Kritik an der Regierung laut, der Mangel an Zement sei vorhersehbar gewesen. Effektive Maßnahmen für den allein wegen der Stadionbau-Projekte für 2010 zu erwartenden Anstieg des benötigten Baumaterials seien versäumt worden. Pat Goldrick, der Geschäftsführer der Firma Cashbuild, einem landesweiten Handelsunternehmen für Baumaterialien, wirft andererseits auch der privaten Bauwirtschaft vor, sie habe den steigenden Bedarf vorhersehen können und nicht rechtzeitig darauf reagiert.

In erster Linie treffen die durch die nötigen Importe höheren Preise nun Käufer von Häuserneubauten, so Goldrick, aber auch die Projekte des sozialen Wohnungsbaus werden unter den steigenden Kosten zu leiden haben. Die Preise für den importierten Zement sind exorbitant und könnten die Baustoffkosten längerfristig auf einem hohen Niveau etablieren. Die tatsächlichen Folgen des momentanen Versorgungsengpasses würden sich so erst in den kommenden fünf bis sechs Jahren offenbaren.

 

Quelle: afrika süd 04.2007

 

Wir danken der issa e.V. für die Veröffentlichungsgenehmigung auf unserer Website.

   
 

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